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Fachgerechte Raumbeduftung stellt keine Allergiegefahr dar

Immer wieder wird in den Medien davor gewarnt, dass ein Raumbeduftung mit natürlichen ätherischen Ölen zu einer allergischen Reaktion führen kann. Es wird sich dabei auf Veröffent-lichungen des Bundesumweltamtes UBA und des Bundesinstituts für Risikobewertung BfR bezogen. Wenn man diese Veröffentlichungen und die zugrunde liegenden Studien tatsächlich liest, muss man feststellen, dass es sich offenbar um Fehlinterpretationen dieser Veröffentlichungen handelt. Im Einzelnen:

Sowohl UBA, als auch BfR warnen in der Tat davor, das Duftstoffe allergische Symptome hervorrufen können – allerdings nur in Form von sogenannten Kontaktallergenen.

Hierzu muss die allergene Substanz in hoher Konzentration über einen längeren Zeitraum auf die Haut einwirken können. Dies ist aber bei der Raumbeduftung nicht der Fall: Die Konzentration ist sehr gering (in der Größenordnung von 10 μg/m³ Luft) und die Moleküle der ätherischen Öle haben wegen ihrer hohen Flüchtigkeit nur eine sehr kurze Einwirkzeit auf die Haut. In den Körper gelangte Moleküle der ätherischen Öle werden aufgrund ihres pflanzlichen Ursprungs schnell verstoffwechselt, also abgebaut.

Dies gilt entsprechend auch für sogenannte inhalative Allergene. Dies sind Substanzen, die, über die Atemwege aufgenommen, zu allergischen Symptomen führen. Eine Veröffentlichung des BfR vom 05.08.2008 [1] stellt demgemäß auch fest:

„Den Teilnehmern des Expertengesprächs waren jedoch keine Fälle bekannt, in denen Duftstoffe die Ursache für allergische Reaktionen gewesen sind, wenn sie über die Atemwege aufgenommen wurden.“

Die jüngste Veröffentlichung des UBA zum Thema „Allergien durch Duftstoffe“ hat zum Zeitpunkt dieser Stellungnahme den Stand „29.05.2012“ [2]. Hier die Passagen, die die Raumbeduftung betreffen könnten:

„Der Frage, ob Duftstoffe auch beim Einatmen allergische Symptome hervorrufen können, ist in einer Studie des Umweltbundesamtes nachgegangen worden: Demnach stellen Kontaktallergene, die inhaliert werden können, auch bei Allergikern keine Gefährdung dar, allergische Symptome nach Einatmen zu entwickeln. Es scheint allerdings sehr seltene Ausnahmen zu geben, insbesondere bei extrem hohen Konzentrationen.“

Die vom UBA erwähnte Studie wurde vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken IVDK unter Leitung von Prof. Schnuch durchgeführt: „Untersuchung der Bedeutung luftgetragener Kontaktallergene (Typ-IV-Allergene) bei der Entstehung von Kontaktekzemen“ [3].

Das Ergebnis der Studie, die Raumbeduftung betreffend: Bei sehr hohen Dosen (1000 μg/m³) der Stoffe Isoeugenol und Lyral kam es zu einem Aufflackern („flare up") eines (hämatogenen) Kontaktekzems in alten Ekzembezirken bei ca. 10% der Probanden (Allergiker). Eine Wiederholung der Exposition mit einer realistischen Dosis (10μg/m³) führte zu keinen Hautreaktionen.

Fußnoten:

[1] (http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2008/14/allergien_durch_einatmen_von_duftst

offen_-23421.html)

[2] (http://www.umweltbundesamt.de/gesundheit/stoffe/duftstoffe.htm)

[3] (http://www.umweltdaten.de/publikationen/kontaktallergene.pdf)

[4] Prof. Dr. Dr. Dr. med. habil. Hanns Hatt, Stellungnahme zum Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes vom April 2006: „Duftstoffe: Wenn Angenehmes zur Last werden kann“, Bochum 08.08.07

[5] http://www.forum-essenzia.de/downloads/aetherische-oele-in-d.-kritik---warnung-d.-med.pded.pdf

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